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update: 04.05.2008

 

Allein unter Retrievern!

Der Ced beim Workingtest

   

Das Apportieren ist neben der Fährte Ceddis größtes Hobby. Und so haben wir uns nach reiflicher Überlegung und fleissigem Üben am 3. Mai 2008 - Ceddis 6. Geburtstag! - nach Wiesbaden aufgemacht, um an einem Workingtest für Retriever teilzunehmen.

Workingtests sind nicht etwa ein neuartiger Hundesport, sondern Teil englischer Jagdtradition und werden ausschießlich vom Deutschen Retriever-Club (DRC) und nur für Jagdhunde angeboten Mit Hilfe von Dummies werden beim Workingtest jagdliche Situationen einer Niederwildjagd nachempfunden und den Teams jagdnahe Aufgaben gestellt; Ziel eines Working Tests ist es, die jagdliche Verwendbarkeit von Retriever als Jagdgebrauchshund zu überprüfen. Die Tests werden als Anfängerklasse, Fortgeschrittenenklasse und offene Klasse ausgerichtet. Zusätzlich gibt es häufig eine sogenannte "Schnupperklasse" für die ganz grünen Anfänger.

Nur selten werden Workingtests außerhalb der Prüfungsordnung des DRC, bei denen auch Hunde anderer Rassen startberechtigt sind, angeboten. Unser Workingtest in Wiesbaden wurde vom Verein "Vita Assistenzhunde" als Charity Working Test 2008 auf dem Gelände des Jagdschloss Platte ausgerichtet.
 
     

Allein unter Retrievern war unser Motto an diesem Tag! Werden schon Jagdhunde anderer Rassen bei der Dummyarbeit argwöhnisch beäugt - Ceddi als Entlebucher war auf der Prüfung ein wahrer Exot. Die größten Bedenken hatte ich im Vorfeld bezüglich der "Steadyness", der absoluten Ruhe bei der Arbeit, denn jedes Bellen oder auch nur Fiepen führt zum Ausscheiden. Für einen bellfreudigen Viehtreiber die wahre Herausforderung!

 

 

 

 

 

In der "Schnupperklasse" warteten insgesamt 5 Aufgaben an verschiedenen Stationen auf die Teams.

 

Aufgabe 1: Doppelmarkierung, Richter Robert Kaserer

Der Richter steht mit dem Team im Wald an einem Hang. Mit Schuss wird ein Dummy in etwa 50 m Entfernung geworfen. Danach drehen sich Gespann und Richter um 180 Grad, es wird noch ein Dummy mit einem weiteren Schuss geworfen. Nachdem der Richter die Aufgabe freigegeben hat, wird der Hund auf das zuletzt geworfene Dummy geschickt. Nachdem der Hund dieses zurückgebracht hat, darf man den Hund ohne weitere Freigabe auf das zuerst geworfene Dummy schicken.

Ceddi sitzt sehr schön ruhig bei Fuß und markiert das erste Dummy gut. Dann die Drehung, Schuß und das zweite Dummy. Die Schüsse aus der 9 mm Pistole machen einen Höllenlärm, aber Ceddi ist unbeeindruckt, denn er hat den Schuss gut mit dem Dummy verknüpft!

Nach der Freigabe läuft Ceddi sehr schnell zum Dummy, dreht aber ein paar Extrarunden bevor er das Dummy aufnimmt und dann direkt zu mir zurückbringt. Das zweite Dummy (Memory) findet Ceddi sofort und bringt es auf direktem Weg zu mir.

Für diese Aufgabe erhalten wir 14 von 20 möglichen Punkten.

     

 

 

 

 

 

 

 

Ceddi beim Pickup an der ersten Station

 
     

 

 

Ein Teil unserer Gruppe an der Wartestation zur 1. Aufgabe.

Die kleinen roten Hunde sind übrigens Golden-Retriever aus jagdlicher Leistungs-zucht!

 

 

Aufgabe 2: Einzelmarkierung in dichtem Wald, Richter Malcolm Stringer

Der Richter steht am Rand eines Waldstücks mit dichtem Fichtentotholz. Schütze und Werfer stehen im Wald. Mit Schuß fliegt das Dummy in das dichte Unterholz. Durch den dichten Bewuchs ist die Flugbahn des Dummys nur kurz und kaum zu sehen.

Ceddi ist wieder super steady und geht nach der Freigabe auch zügig raus, orientiert sich aber zu weit links an den Helfern. Im dichten Bewuchs kann ich Ceddi kaum erkennen. Und dann ist da noch eine Stelle, die sooo verführerisch riecht....... Leider bricht der Richter in dem Moment ab, als ich überlege ob ich Ceddi helfen soll indem ich versuche ihn gezielt einzuweisen.

Da wir das Dummy nicht gefunden haben erhalten wir hier 0 Punkte .

     

 

 

 

 

 

Da hinten im Tannendickicht landet das Dummy erklärt mir der Richter. Leider habe ich weder das Dummy noch meinen Hund gesehen. Diese Aufgabe war für uns noch zu schwer.

 
 

Aufgabe 3: Einzelmarkierung und Blind in dichtem Wald, Richter Werner Haag

Der Richter steht am Rand eines Waldstückes mit dichtem Unterbewuchs. Im Wald stehen Schütze und Werfer, die mit Schuss ein Dummy in ca. 50 m Entfernung in den dichten Bewuchs werfen. In unmittelbarer Nähe sind noch drei weitere Dummys ausgelegt, die der Hund nicht hat fliegen sehen (sogenannte "Blinds"). Nach der Freigabe soll der Hund erst die Markierung und dann eines der drei Blinds bringen.

Ceddi ist auch hier absolut steady und geht nach der Freigabe zügig raus. Wieder kann ich nichts sehen! Doch dann kommt Ceddi mit einem Dummy ganz vorsichtig durch die dichten Dornen zurück und gibt das Dummy brav ab. Jetzt schicke ich ihn mit "Verloren" noch mal ins Suchengebiet um ein Blind zu holen. Ceddi geht raus, bleibt dann aber stehen und sieht mich an. Jetzt bin ich schneller und gebe sofort das Kommando "Verloren, Apport". Ceddi taucht wieder im Bewuchs ab und bring nach kurzer Zeit das zweite Dummy!

Für diese Aufgabe erhalten wir wieder 14 von 20 Punkten.

     

 

 

 

 

 

 

 

Schon wieder so dichtes Unterholz! Der Richter erklärt die Aufgabe.

 
     

 

 

 

 

 

 

Dummy gefunden!

 

     

 

 

 

 

 

 

Perfekte Abgabe!

 

 

Aufgabe 4: Einzelmarkierung im Wald, Richter Ruppert Hill

Der Richter steht auf einem Waldweg, an dem des direkt steil bergab in einen Buchenhochwald geht. Mit Schuss wird eine Markierung an eine Stelle geworfen, an der Reisig eines frisch gefällten Nadelbaumes liegt.

Wieder ist Ceddi super steady und markiert auch sehr gut. Nach der Freigabe geht er blitzschnell direkt zum Dummy und bringt es ebenso schnell wieder zurück. Super!

Für diese Aufgabe erhalten wir die volle Punktzahl von 20 Punkten!

     

 

 

 

 

 

 

Mit Speed den Hang hinunter!

 
 

Aufgabe 5: Einzelmarkierung auf einer Wiese, Richter Lynn Stringer

Die Richterin steht auf einer Wiese mit mittelhohem Bewuchs. Schütze und Werfer stehen in ca. 30 m Entfernung. Mit Schuss wird das Dummy auf die Wiese geworfen.

Auch diese letzte Aufgabe meistert Ceddi vorzüglich: ruhiges Sitzen, pfeilschnell raus, Dummy aufgenommen und zurückgebracht!

Noch einmal erhalten wir 20 von 20 möglichen Punkten.

     

 

 

 

Schütze und Werfer: geschossen wird mit 9 mm Schreckschuss, das gibt einen mächtigen Rums. Toll ist, wie die Hunde bei jedem Schuss sofort in freudiger Erwartung nach einem Dummy Ausschau halten. Auch Ceddi hatte sich schnell an den Knall gewöhnt, der doch deutlich lauter als unsere 6 mm Pistole ist.

 
     

 

 

 

 

 

Das Vita Team Nina mit Emily war auch in unserer Gruppe.

Absolut faszinierend, was diese Hunde leisten und wie sie mit ihren Menschen verbunden sind!

 

     

 

 

 

 

 

 

Spaß hat er, der Ced!

 
     

 

 

 

 

 

 

Vielen Dank dem Vita Team, meinen Teamkollegen und vor allem unserem Steward Dr. Georg Mittelbach für die tollen Fotos!

 

 

Fazit: Ceddi hat eine super Leistung gezeigt, und ich bin total stolz auf meinen "Kleinen". Dass wir keine Probleme mit der "Steadyness" hatten, hat mich besonders gefreut, und auch die Abgabe des Dummys war wie immer perfekt und freudig. Das haben viele Retriever lange nicht so gut gemacht.

Die Aufgaben waren deutlich schwerer als von mir erwartet und in den Jahren zuvor. Mit der Suche in so dichtem Bewuchs auf diese Distanz hatte ich nicht gerechnet. Dagegen war die Doppelmarkierung kein Problem für uns. Das wir an der zweiten Aufgabe gescheitert sind, war unser beider Unerfahrenheit. Schade, dass wir aufgrund dieser Null nur das "Prädikat" "nicht bestanden" erhalten haben. Aber: wir haben uns nicht blamiert! Zwei der Aufgaben waren gut, zwei perfekt, und das hat uns auch allgemeine Anerkennung eingebracht.

Jetzt wissen wir, was uns erwartet, wir haben viel gelernt und werden weiter üben. Und 2009 heißt es dann wieder: auf zum Vita Workingtest!

     

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